Tja, 80 km/h Eintragung und "richtiger" Führerschein vertragen sich nicht.

Zu lahm, zu teuer...

Also entdrosseln. Legal natürlich.

Was braucht man?

Gedanken zum Auspuff:
Der 4HX-Auspuff ist also für die volle Leistung und Speed erforderlich. Was kann dann der Unterschied zum 4FL sein?
(wenn jemand was Genaues zu den "realen" Hintergründen weiss bin ich für Infos dankbar!)
Klar, die Resonanzbirne könnte es sein, auch der Endschalldämpfer. Da will ich aber nicht dran, sie soll ja nicht laut werden.
Und die Birne sieht eigentlich nach Leistung aus.
Es muss dann ja irgendwo was mit Drossel im Auspuff drin stecken. Prallscheiben oder so.
Ich erinnerte mich an eine alte DT50, die ich allein durch rausnehmen entsprechender Blenden von 40 auf 70 gebracht habe - geht halt nix über eine Expansionskammer die auch eine ist ;-)

Ich vermute jetzt einfach mal, dass die 4HX keine Prallscheiben hat. Also stelle ich durch die folgenden Massnahmen quasi nur den "Originalzustand" her ;-)

Während der Restaurierung des Auspuffs -abschleifen und neu lackieren- fiel mir ein rappeln darin auf.
Das sollte bei einem 2T-Auspuff definitiv nicht sein.
Also so was wie eine losgerappelte Prallscheibe?
Die kenne ich eigentlich nur aus Schalldämpfern beim 4-Takter, nicht in der Expansionskammer beim "offenen" 2-Takter,
der bei Strassenmoppeds bis auf ggf. Lochbleche an der Wandung, für eine gewisse Absorptionsdämpfung, in der Regel leer ist.

Also wird die Abteilung F&E aktiv:
da ich sowieso offenbar "reparieren" muss, verzichte ich auf Durchstrahlungsbilder um mich zu orientieren und operiere den Patienten gleich richtig:
Also Flex rausholen und an einer unverdächtigen Naht auftrennen - man will das ja auch wieder unauffällig zuschweißen...

Das Ergebnis ist dann mal unten in den Bildern dargestellt.

so sieht's in Sachen Auspuffbirne aus:

erstmal den Auspuff an einer taktisch günstigen Stelle auftrennen,
Tipp: 1mm - Trennscheibe verwenden! (Schnitt an der umlaufenden Naht vor der Halterung)
und da fällt mir auch das Klapperdings schon entgegen...
hier sehen wir dann mal die Prallscheiben in ihrer ganzen (bzw. teils kaputten) Pracht
hier sieht man die Prallscheibe "1" im vorderen Teil des Krümmers...

... und hier die Reste der Prallscheibe "2" in der Expansionskammer
hier die (ungefähre) Position der Prallscheiben
schöne Schuhe ;-)

Einstellung des YPVS

Das hat mich Einiges an Zeit für die Recherche gekostet. Einige Beschreibungen die im Netz kursieren sind an entscheidenden Stellen unvollständig. Oder ich bin zu schwer von Begriff.
Deshalb habe ich hier mal (hoffentlich) übersichtlich und komplett dargestellt wie es geht:

Werkzeug
erstmal Werkzeug klarmachen!
    • Dorn 4mm Duchmesser
      ein Bohrer tut's aber auch...
    • Maulschlüssel 8mm
    • Maulschlüssel 10mm
    • vielleicht auch einen kleinen Schraubendreher

Natürlich braucht man auch das Werkzeug
um den Deckel abzuschrauben,
das dürfte ja wohl klar sein, oder?

Vorteil dieser Einstellmethode:
der Auspuff muss NICHT abgebaut werden!
(die Bilder in den Auslass hinein sind hier nur zum
besseren Verständnis dargestellt)

Diese Vorgehensweise ist übrigens so auch von YAMAHA vorgesehen.
Nachteil der Methode: Toleranzen in den Bohrungen
und den Abmessungen der Powerwalze können zu Abweichungen führen.

Kontrolle der Walzeneinstellung (könnte zur Drosselung um 180° verdreht sein)
Dann schauen wir uns mal die Stellung der Powerwalze an
  • So etwa sollte es erstmal aussehen
    aber wir müssen die Stellscheibe abmachen!
  • M6er Schraube (SW10) rausschrauben
  • am besten die Stellschrauben der beiden Züge entkontern und
    etwas entspannen => also die Stellschrauben REINdrehen!
  • Stellscheibe dann rausfummeln, ggf. leicht mit Schraubendreher raushebeln
RICHTIGE
Einstellung

:-)

  • wenn das so aussieht, dann ist die Powerwalze RICHTIG eingestellt
  • Im Bild etwas undeutlich: links oberhalb des Rhombus ist ein "Punkt" eingeprägt
  • der Blick in den Auslass zeigt:
    der Auslass ist voll geöffnet
  • so soll es sein!
FALSCHE Einstellung

:-(

  • wenn das so aussieht, dann ist die Powerwalze FALSCH eingestellt
  • Der eingeprägte "Punkt" ist rechts unterhalb des Rhombus
  • der Blick in den Auslass zeigt schön die falschrum eingestellte Powerwalze
  • damit KANN die Steuerung den Querschnitt nicht voll aufmachen, was für volle Leistung aber nötig wäre...
Und jetzt bitte wieder schön zusammenbauen!

Die genaue Winkelposition der Walze ist übrigens unerheblich - das wird später im Rahmen der Feineinstellung erledigt!
Jetzt kommt es erstmal nur darauf an, dass der Punkt "oben links" ist und die Seilscheibe in dieser Grundposition aufgesteckt wird.

Seilscheibe wieder einhängen
  • Züge einhängen (falls sie ausgehängt waren - muss eigentlich nicht)

  • dann die Seile unter die "Nasen" im oberen Teil der Seilscheibe drücken
jetzt der eigentliche EINSTELLVORGANG :
  1. Überprüfung der YPVS Einstellung
  • Zuerst einmal muss die Zündung eingeschaltet werden.
  • das YPVS macht eine kurze Hin- und Herbewegung,
    dann bleibt es in der "Startposition" stehen
  • die Zündung kann danach wieder ausgeschaltet werden

  • Dabei sollen dann der Seilscheibenschlitz und die 4mm-Gehäusebohrung miteinander fluchten
  • zum Test stecken wir den zum "4mm-Dorn" missbrauchten Bohrer
    durch den Schlitz in der Seilscheibe in die Bohrung im Gehäuse...
  • Sollte das nicht gehen, dann muss die Einstellung der Seilzüge korrigiert werden!
EINSTELLUNG
nach Entkonterung und lockern BEIDER Einstellschrauben:

  • Staubkappen auf den Einstellschrauben nach oben schieben,
    um Spiel in den Zügen besser ertasten zu können
  • Spannen der Seilzüge mit Hand-/Fingerkraft
    (OHNE Werkzeug zu benutzen!)
  • sowohl LINKS...

  • ...als auch RECHTS
  • abwechselnd drehen, bis kein Spiel in den Zügen mehr fühlbar ist
  • wenn das zur Zufriedenheit so ist, dann nicht vergessen:
  • Jetzt müssen wir den Zügen etwas Spiel geben, damit sie nicht "gegeneinander" arbeiten...
  • und damit dem Stellmotor das Leben schwer machen...
  • also BEIDE Einstellschrauben um 1/4 Umdrehung (90°)
    wieder HINEINdrehen
  • Danach die Kontermuttern SW10 anziehen
  • dabei die Einstellschrauben mit SW8 gegenhalten
  • so sieht es dann also beim Blick in den Auslassbereich aus
  • wenn man mit dem Finger an der Oberseite entlang fühlt, so wird man hier in der Regel fühlen, dass der Übergang der Walze zur Bohrung bündig ist, also keine Kante aufweist.
  • angeblich soll eine Einstellung mit "1-3mm" Überstand der Walze etwas Leistung bringen. q.e.d. - g'schaun mer mal...
  • Befestigungsschraube für die Seilscheibe wieder festziehen!
    (das hätte man übrigens vielleicht besser schon weiter oben, direkt nach dem Aufstecken, gemacht... Aber besser spät als nie ;-)
  • auch wichtig: die Staubkappen wieder über die Einstellschrauben schieben!

... da ist ja noch der Bohrer drin

raus damit !!!

UNBEDINGT JETZT DEN BOHRER RAUSNEHMEN !!!
Zündung einschalten, dann macht die Powerwalze einen "Reinigungszyklus"
  • erstmal dreht sie so weit nach rechts,
    also wird der Auslasskanal etwas geschlossen
  • Das ist übrigens auch die Richtung, in die sich das YPVS im Fahrbetrieb bewegt.
  • Sinn:
    bei niedrigen Drehzahlen wird der Auslasskanal zu einem guten Teil geschlossen, das steigert Leistung/Drehmoment im unteren Drehzahlbereich
  • dann dreht sie wieder nach links, also in die Stellung "ganz offen"
  • Sinn:
    • das soll wohl das Anspringen des Motors erleichtern
    • bei Vollgas/hoher Drehzahl steuert der Stellmotor das YPVS in diese Position. Damit sind dann die Steuerzeiten optimal für Maximalleistung und Endgeschwindigkeit.
Warnhinweis:

Die hier beschriebenen Arbeiten führen,
wenn das Fahrzeug nicht entsprechend zugelassen ist, zum

Erlöschen der Zulassung
ausserdem können im Falle eines Unfalles erhebliche
Forderungen des Geschädigten geltend gemacht werden -
die Versicherung wird dann NICHT MEHR ZAHLEN !!!

*  *  *

Technisch kann durch diesen Eingriff eigentlich nichts kaputt gehen,
wenn man die Schritte genau befolgt.

Ich übernehme aber keinerlei Verantwortung für irgendwas!
Wenn ihr euch nicht sicher seid dann lasst bitte die Finger davon!

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TZR - nicht so langsam!


seit 03/2005

Stand:02.02.2012